Traurige Realität
12. August 2012 | Veröffentlicht von Jens Wegener / ws, Keine Kommentare
Es ist ein warmer Sommertag in der Kölner Südstadt, wie jeden Samstag findet wieder einmal ein Heimspiel der Fortuna statt.
Es ist ein warmer Sommertag in der Kölner Südstadt, wie jeden Samstag findet wieder einmal ein Heimspiel der Fortuna statt.
In den letzten fünf Tagen gab es zwei Auseinandersetzungen zwischen Aachen Ultras (ACU) und der Karlsbande Ultras (KBU), bei denen auch Fans von Roda Kerkrade anwesend waren.
Das Aachener Amtsgericht sprach den bekannten Faschisten Denis U. frei! Dieser war wegen zwei Fällen von Körperverletzung angeklagt. Der Freispruch vom 19.06.2012 führt nicht nur zu Kopfschütteln, sondern lässt auch einige Fragen
Die Diskussion rund um die Aufmärsche und Blockaden in Stolberg hat gezeigt, dass dieses Thema weiterer Analysen bedarf. Auch in unserer Zeitung gab es über die Einschätzung der Gegenproteste und über das Stolberger Bündnis gegen Radikalismus einige Kontroversen. Grund genug für uns sich mit den beiden Menschen zu treffen, die sich inhaltlich miteinander auseinandergesetzt hatten.
Am letzten Samstag, 07.04.2012, fand der jährliche Aufmarsch der Neonaziszene in Stolberg statt, für den der Tod eines jungen Mannes als Vorwand dient. Wer jedoch die Aufmärsche der letzten Jahre beobachtet hat, weiß, dass die militanten Neonazis mit ihnen lediglich ihre menschenverachtende Propaganga verbreiten wollen.
Wiedereinmal wollten am 7. April Faschisten durch Stolberg ziehen, um bei dem sogenannten „Trauermarsch“ den Tod eines Jugendlichen für ihren Rassismus auszunutzen.
Am 4. April wollten Faschisten einen Fackelmarsch durch Stolberg vollziehen. In guter NS-Manier wollten die Nazis durch die Stolberger Nacht ziehen und so Angst und Terror bei den Stolbergerinnen und Stolbergern verbreiten.
Das Bündnis Stolberg Nazifrei versteigert ein Trikot des Fussballvereins St. Pauli mit den original Unterschriften der Spieler. Laut Aussagen der Bündnissprecher hat der Verein das Trikot dem Bündnis geschenkt, umso die Arbeit gegen die seit 2008 jährlich im April stattfindenden Aufmärsche der Faschisten zu unterstützen. Der Verein St. Pauli fällt immer wieder positiv durch sein soziales Engagement, besonders im Kampf gegen Faschisten auf.

Das Bündnis „Stolberg Nazifrei“ befindet sich auf der Zielgeraden, den jährlich stattfindenden Naziaufmarsch in Stolberg bei Aachen zu blockieren. Um kurz vor den Aufmärschen der Faschisten die Bevölkerung noch einmal aufzurütteln, veranstaltete das Bündnis am letzten Samstag einen Infostand am Mühlener Markt in Stolberg. Dort wurden Hunderte von Rosen und Flyern verteilt, wobei die Veranstalter auf viel Zustimmung in der Bevölkerung trafen. Schließlich haben es die Stolberger satt, im fünften Jahr in Folge den größten Aufmarsch der extremen Rechten in NRW, neben Dortmund ertragen zu müssen.
In der Nacht von Sonntag auf Montag wurden am Gewerkschaftshaus in Aachen mehrere Scheiben eingeschlagen und der Eingangsbereich mit Parolen und Hakenkreuzen beschmiert. Diese Tat reiht sich ein in eine ganze Serie von Wochenendaktivitäten aus dem rechtsradikalen Umfeld.