Widerspruch zum AFP-Ausschlusssantrag gegen die kraz

24. Mai 2024 | Veröffentlicht von , 8 Kommentare

Position des AKB

Im Hintergrund gibt es diverse Auseinandersetzungen um den Ausschlußantrag des Aachener Friedenspreises gegen die kraz (siehe dazu die Artikel „Aachener Friedenspreis will die kraz aus Welthaus auschließen!“ und „Zum Ausschluss-Antrag des AFP gegen die kraz“)

Hier dokumentieren wir den aktuellen Brief des Antikriegsbündnisses Aachens gegen diesen Ausschlußantrag an die Mitgliedsgruppen des Welthausvereins.

Stellungnahme des Antikriegsbündnisses zum Versuch des Vorstands des „Aachener Friedenspreises“ (AFP), die Gruppe Kraz-ac.de aus dem Verein „Welthaus“ auszuschließen
Dokumentation

An den Vorstand des Welthaus e.V.
An die Mitgliederversammlung des Welthaus e.V. am 28. Mai 2024

Sehr geehrte Damen und Herren,
mit Schreiben vom 16.04.2024, hat der Vorstand des Aachener Friedenspreis e.V. (AFP) beantragt: “…die Gruppe ´Kritische Aachener Zeitung´ (KRAZ) nach §3 Abs. 6 der Satzung des Welthaus Aachen e. V. aus dem Verein auszuschließen…“ (Zitat aus dem Schreiben des AFP).
Das Antikriegsbündnis Aachen möchte anlässlich dieses besorgniserregenden Vorganges – auch wenn wir kein Mitglied des Welthauses sind – im Folgenden Stellung nehmen.
Seit Jahren und um ein Vielfaches verstärkt in den letzten Monaten findet in der Regierungspolitik und in den Mainstream-Medien etwas statt, was unter dem Begriff „Cancel-Culture“ eher verharmlosend beschrieben ist: „Kriegsfähigkeit“ „Waffenexporte in Kriegsgebiete – nämlich Ukraine und Israel“ „ein starkes wehrhaftes Deutschland“ – alles früher No-Goes in der demokratischen und Friedensbewegung werden täglich rauf und runter dekliniert.

Abweichende Meinungen, die Verhandlungen statt Kriegseskalation und ein Beenden des massenhaftens Mordens fordern, werden als „Putin-Verstehertum“ und Antisemitismus diffamiert – ja mehr noch: Arbeitsverträge werden gekündigt, Veranstaltungen und Demonstrationen verboten und aufgelöst, Raumverträge gekündigt, Gruppen aus dem Diskussionsraum ausgeschlossen…
Genau letzerem schließt sich der Vorstand des Aachener Friedenspreis mit seinem Antrag, die Gruppe ´Kritische Aachener Zeitung´ (KRAZ) aus dem Verein des Welthaus Aachen e.V. auszuschließen an.
Galt bisher in der demokratischen Öffentlichkeit als Grenze des Diskurses : Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen“ ,so werden jetzt vom Vorstand es AFPs schwammige Begriffe wie „wahnhafte Ideen“ völlig haltlose Verschwörungs/theorien“ und „einer rationalen Diskussion nicht zugänglich“ als Ausschlusskriterien genannt.

Diese Gummi-Kriterien halten die Tür zu weiteren Ausschlüssen weit offen. Auf der anderen Seite werden sie von Leuten im AFP-Vorstand erhoben, die heute anscheinend keine großen Probleme mit Waffenexporten in Kriegsgebiete haben – und sich damit weit vom früheren Boden der Friedensbewegung entfernt haben. (siehe AN Artikel vom 29.12. 2022 im Anhang….)

Wir vom Antikriegsbündnis haben in vielen Punkten eine andere Meinung, als sie in der KRAZ berichtet oder auch durch W. Schumacher in seinen Stellungnahmen verbreitet wird. Wir kritisieren auch seine aggressiven Diffamierung seiner Gegner als „SA“– wahlweise als Abkürzung für verschiedene Bezeichnungen verwendet) und den platten und teilweise bösartigen Diskussionsstil in Artikeln – und v.a. Meinungsspalte.
Aber wir sind der Meinung, dass die Redaktion der KRAZ ebenso einen Platz im Verein Welthauses haben wie der wehrhafte Friedenspreis – weil das Welthaus eben ein Diskurs-Raum ist und wir nicht weitere Maßnahmen zu dessen Einschränkung den Regierungs- und Verwaltungsorganisationen vorwegnehmen sollten.

Wir bitten die Mitgliederversammlung des Welthauses, den Antrag des Vorstands des Aachener Friedenspreis e.V. (AFP) zurückzuweisen.

Aachen 17.5.2024 Für das Antikriegsbündnis Irmgard Gollwitzer

Leser haben 8 Kommentare hinterlassen.

  • Brigitte hat kommentiert am

    Manchmal ist es dann vielleicht besser getrennte Wege zu gehen. Auch andere Häuser suchen Mieter.

  • Thomas hat kommentiert am

    @Irmgard Gollwitzer ( wenn sie es denn liest).
    Zitat:“weil das Welthaus eben ein Diskurs-Raum ist“

    So weit so illusorisch (zumindest was die Kratz und ihre überschaubare Fangemeinde angeht)

    Ich weiß gar nicht wie oft hier von den KRAZis eine von der „reinen Lehre“ abweichende Meinung als Unfähigkeit/Unwillen zu denken diskreditiert wird.
    Also nicht etwa „du ziehst falsche Schlüsse. Bedenke das …‘ oder Ähnliches. Nein, wer nicht KRAZ denkt, denkt gar nicht. Soviel peinlich, dümmlich, elitäre Selbstüberhöhung ist schon fast ein Alleinstellungsmerkmal.

    Schaut man sich den Veranstaltungskalender hier an, ist jede nicht genehme Veranstaltung/Vortrag das Werk „staatsfinanzierter Akteure“

    Da wird die Luft für Diskurs dann irgendwann dünn.

    Schönes Wochenende
    Thomas

  • Brigitte hat kommentiert am

    Thomas, ärger dich nicht.
    Hopfen und Malz sind da verloren.
    Schon seit vier Jahren

  • Helga Ebel hat kommentiert am

    Thomas, Brigitte,
    aus meiner Sicht geht es nicht darum, ob die KRAZ künftig noch irgendwo zu Veranstaltungen einladen kann oder nicht.
    Vielmehr geht es um das Bemühen, im öffentlichen Raum dem entgegenzuwirken, dass politisch aktive und/oder interessierte Mitmenschen sich spalten, gesellschaftlich atomisieren/vereinzeln und abschrecken lassen. Viele unterschiedliche Meinungen sind Reichtum und haben großes Demokratie-Potenzial (dazu kl.Beisp. Veranstaltungskalender in der KRAZ). Erinnert euch mal daran, wie bräsig und oberflächlich der Diskurs größtenteils war,als es keine Opposition im Bundestag gab.
    Und: Bitte von Unterstellungen und Stimmungsmache künftig absehen wie
    z.B. ‚Fangemeinde der KRAZis diskreditiert abweichende Meinungen‘, dümmlich, elitäre Selbstüberhöhung‘ usw. Es lenkt vom Eigentlichen ab.
    Beste Grüße

  • Brigitte hat kommentiert am

    Liebe Helga, wer wiederholt Andersdenkende als SA bezeichnet, siehe obiger Artikel, sollte sich nicht wundern wen ihm die Tür gewiesen wird.
    Auf einen gewissen Meinungspluralismus können anständige Demokraten verzichten.

    • Walter Schumacher hat kommentiert am

      Diese Abkürzung bezieht sich auf die (ehemals linke) ANTIFA. Diese ist heute staatlich orientiert und insofern eine „StaatsAntifa“.
      Während der Phase der Corona-Hysterie erfüllte dies Organisation die Aufgabe einer offensiven Störung von Corona-Maßnahmen-Gegnern. Insofern wurde sie zu einer „Stör-Abteilung“.
      Warum einige Menschen diese Beschreibung dann nur noch als Kürzel „SA“ erinnern, liegt an denen selber.
      (Übrigens hier schönes Buch zur Entwicklung der ANTIFA von Gerhard Hanloser: Die andere Querfront. Skizzen des antideutschen Betrugs.)

  • Helga Ebel hat kommentiert am

    Liebe Brigitte, in diesem Forum kann doch nicht eine Sache Thema sein, wozu Aussenstehende nichts wissen. Wie hat der Betreffende sich dazu geäußert, als du ihn darauf angesprochen hast? „Vor-die-Tür-weisen“
    ist keine Lösung.
    Ich versuch es mal mit Perspektivwechsel: Angenommen die von dir bezeichneten „anständigen Demokraten“ wären extremistisch. Was sind dann in dem Kontext Andersdenkende, Besonnene, um Zusammenhalt, Verständigung, um Meinungsvielfalt und -freiheit und Diplomatie
    statt Gleichschaltung und Ausgrenzung bemühte Menschen?

  • Brigitte hat kommentiert am

    Schön dass Du das klar stellst Walter.
    Und dich distanziert.
    Ich bin kein Antifa Fan aber staatlich sind sind die zu null prozent.
    Das nur dazu.

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