Sabotage 2014 im AKW Doel 4 nach wie vor nicht aufgeklärt!

9. November 2019 | Veröffentlicht von

JETZT wurde das Fahndungsbild des Täters freigegeben!

Übernommen vom RTBF

Vor etwa fünf Jahren gab es wieder eine Schreckensmeldung. Am 5. August 2014 musste der Reaktor Doel 4 außerplanmäßig abgeschaltet werden. Hintergrund war ein Defekt an der großen Stromturbine.
Wie sich damals herausstellte, war das Schmieröl der Turbine – offensichtlich absichtlich – abgelassen worden. Sabotage also.
Fünf Jahre später sind die Hintergründe aber nach wie vor ungeklärt.

Dazu gab es jetzt mind. zwei Meldungen in Belgien [1]

Am 05. November 2019 meldete der belgische Rundfunk. (Wir haben den Text übersetzt und dokumentieren): „Sabotage im AKW-Doel 4: Fahndungsbild im Rahmen der Ermittlungen von der Polizei freigegeben„: Parallel wurde das Fahndungsbild eines Mannes veröffentlicht, der an einer Sabotage des Atomkraftwerks Doel 4 im August 2014 beteiligt gewesen sein soll.

Die Veröffentlichung des Fahndungsbildes geschah auf der Website der Belgischen Bundespolizei auf Ersuchen der Bundesanwaltschaft und der Staatsanwaltschaft von Ostflandern. Die Behörden suchen damit einen Mann, der 2014 eine Sabotage im AKW-Doel4 (bei Antwerpen) verübt haben soll.

Hintergrund

Am 5. August 2014 wurde eine Turbine im Kernkraftwerk Doel 4 sabotiert. Am selben Tag „wurde ein Fremder von einem Vorgesetzten bemerkt“, sagt die Bundespolizei in der mit dem erstellten Roboterporträt veröffentlichten Tatsachenübersicht. Die Polizei sagt, er sei ein Mann europäischen Typs, der dunkle Kleidung und Brille trägt, was auch eine Schutzbrille sein könnte. „An sich ist es nicht ungewöhnlich, dass sich Menschen nicht kennen, weil der Arbeitsplatz groß ist und dort verschiedene Dienste besetzt sind“, sagt die Polizei, die darauf hinweist dass, „so sich jemand erkennt und hat nichts mit den Fakten zu tun, möchten die Ermittler wissen.“
In der Mitteilung heißt es weiter, dass „alle Informationen, die für die Untersuchung von Nutzen sind, von den Ermittlern begrüßt werden, so gering sie auch sein mögen“.

Hier ein Rückblick ins Archiv: Journal télévisé vom 08/08/2014

Im August 2014 hatte ein Ölleck zu einem Stillstand von Doel 4 geführt. Die Untersuchung ergab, dass dies nur durch einen gewollten manuellen Eingriff hätte verursacht werden können.

Am 5. August 2014 wurde eine Turbine im Kernkraftwerk Doel 4 sabotiert:
Im gesicherten Bereich wurde ein Vorhängeschloss entfernt und ein Ölventil absichtlich geöffnet. Der Täter betrat den technischen Bereich legal.
Es kann sein, dass die Person allein handelte oder dass mehrere Personen beteiligt waren.
Die Person, die den Hebel geöffnet hat, muss ein Mitarbeiter von Engie oder ein Subunternehmer sein. Auf jeden Fall war es jemand, der Zugang zum technischen Bereich hatte.
Die Ermittler schließen Eingriffe von außerhalb des Unternehmens nicht aus.
Neben dem umfangreichen Sachschaden entstand ein hoher wirtschaftlicher Schaden für das Unternehmen.

Nach weiteren Ermittlungen hat es schon am 10. und 31. Juli 2014 offenbar zwei Manipulationen gegeben.

  • Am 10. Juli 2014 fielen zwei gekühlte Dampfrückgewinnungspumpen aus. Dieser Dampf verwandelt sich in Wasser. Diese Wasserrückgewinnung ermöglicht mehr Effizienz und das Stoppen dieser Pumpe bedeutet einen wirtschaftlichen Verlust.
  • Am 31. Juli 2014 fiel die Pumpe erneut aus.

Damit ist klar, dass jemand den Notknopf gedrückt hat. Dies war ein manueller Vorgang, kein technischer Defekt. Wenn jemand dies versehentlich getan hat, würden die Ermittler gerne wissen, um diese  Lücke zu schließen.

Die Untersuchung ergab auch, dass jemand Silikon in das Schloss einer Labortür auf Kellerebene injizierte, so dass es leichter geöffnet werden konnte. Dies könnte die Fluchtrichtung des Täters sein, damit er schnell entkommen kann.

[1] Quellen