Gegen die geplante Rüstungsforschung an der RWTH Aachen

19. Juli 2026 | Veröffentlicht von Gerd Diefenbach, Keine Kommentare

Eine Stellungnahme des Antikriegsbündnis Aachen

In den letzten Tagen wurde in der Aachener Zeitung ausführlich über Pläne erweiterter Rüstungsforschung berichtet.
In der Präambel der Grundordnung der RWTH Aachen ist die sogenannte Friedensklausel festgehalten:
„Die RWTH verfolgt ausschließlich friedliche Ziele und leistet insofern ihren Beitrag zu einer nachhaltigen, friedlichen und demokratischen Welt.“

Erst nach jahrelangen Verhandlungen und Forderungen Aachener Friedensgruppen und anderer ist dieser Satz als Minimalformulierung dorthin gelangt. (siehe im Anhang die Hinweise auf diverse Artikel in der kraz)

Die Planungen für Rüstungs- und Kriegsforschung sind jedoch selbst mit diesem Versprechen absolut unvereinbar.

Wir lehnen diese Planungen nach mehr und noch gefährlicheren Tötungsgeräten zu erforschen, entschieden ab.
Bereits heute gibt es soviel Waffen auf der Welt, darunter mehr als 10000 atomare Sprengköpfe, die ausreichen, die Menschheit vielfach zu vernichten und die Erde nachhaltig zu zerstören. Es gibt keinen rationalen Grund, immer neue Waffensysteme zum Töten von Menschen zu erforschen und zu erfinden.

Kritiker argumentieren oft mit der Freiheit der Lehre. Doch es geht nicht darum, wichtige Grundlagenforschung zu verbieten, sondern dafür zu sorgen, dass nicht militärische Interessen, dass nicht Verteidigungsministerien und Rüstungskonzerne über Drittmittelprojekte von vorneherein die Ausrichtung und die Zielsetzung von Forschung und Lehre bestimmen.

Frieden kann man nicht mit Waffen erhalten oder erkämpfen!
Frieden lässt sich nur durch Verhandlungen und unter Berücksichtigung der Sicherheitsinteressen aller Konfliktparteien erreichen.

Rüstungsforschung und die Produktion von Kriegsgerät dienen ausschließlich den Interessen des Kapitals und der Profitgier der Rüstungsindustrie und ihren Aktionären.
Die Lasten eines mörderischen Krieges tragen die Soldaten an der Front und die Zivilbevölkerung in den Kriegsgebieten.

Der ehemalige Rektor der RWTH, Ernst Schmachtenberg, hat 2012 in einem Interview erklärt:
„Wir Deutschen haben mit Rüstungsforschung eine Menge Unheil angerichtet. Ich halte diesen Weg für eine offene Universität in Deutschland für ungeeignet…“

Allen an der RWTH Beschäftigten und Studenten möchten wir es mit Wolfgang Borchert sagen:

Du Forscher im Laboratorium.
Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst einen neuen Tod erfinden gegen das alte Leben,
dann gibt es nur eins: Sag nein!“

 

Anhang mit Artikel zur Rüstungsforschung an der RWTH-Aachen

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