Globalisierung im Übergang
20. November 2026 - 18:00 bis 20:00
BSW-Büro, Südstr 53/55
Lesung von Andrea Komlosy
von ihr erscheint im Herbst 2026 der Titel
„Globalisierung im Übergang. Zerfall, Teilung oder Erneuerung des Weltsystems“
(Promedia Verlag), siehe hier: https://mediashop.at/buecher/globalisierung-im-uebergang/
Um die Jahrtausendwende, spätestens mit der Weltwirtschafskrise 2008, so Komlosy, haben die globalen ökonomischen Verflechtungen ihren Zenit überschritten. Seither nehmen regionale bzw. nationalstaatliche Protektionismen zu. Treibende Kraft für diese welthistorische Veränderung ist die chinesische Produktivität, auf die die USA im Abstieg mit Schutzmaßnahmen reagieren.
Die weltweit feststellbaren Unterbrechungen globaler Beziehungen gehen über zyklische Krisenerscheinungen hinaus. Augenscheinlich wird dies in der Sprengung der Nord Stream-Pipeline 2022 und der Blockade der Straße von Hormuz 2026. Sie sind mehr als Sinnbilder für eine regelrechte Teilung der Welt in einen chinesisch geführten eurasisch-pazifischen und einen – noch – US-geführten transatlantischen Raum. Der russisch-ukrainische Krieg und die Kriege im Nahen Osten verfestigen diese Teilung. Bei Komlosy steht der „alte Westen“ dem „neuen Süden“ gegenüber, wobei sie China und Russland diesem „Süden“ zurechnet.
Um die welthistorische Bedeutung dieses Übergangs zu unterstreichen, geht Komlosy in die Geschichte zurück und ruft die „Pax Britannica“ des 19. Jahrhunderts und ihre Ablösung durch das „amerikanische Jahrhundert“ nach 1945 in Erinnerung. Damit wird die Wiederkehr der chinesischen Zentralität, die bereits im 18. Jahrhundert bestanden hatte, verständlicher und historisch einordenbar.
Veranstalter: FreieLinkeAachen und BSW-Aachen