Quo Vadis, Aachener Friedensbewegung?

31. Oktober 2020 | Veröffentlicht von

Aachener Friedensbewegung tief gespalten

Es ist schon irritierend, dass in wirklich „unfriedlichen Zeiten“ die Aachener Friedensbewegung nicht gemeinsam an einem Strang zieht! Eigentlich gäbe es tausend wichtige Gründe, den gegenwärtigen propagandistischen Angriffen seitens der NATO und Deutschlands gegen Russland (China, Syrien, Belarus, …) hier klar etwas entgegen zu setzen.
Wo liegt die Ursache: unterschiedliche Einschätzungen der Gefährlichkeit von Corona – oder Rassismus?

Im Folgenden beschreiben wir die Auseinandersetzung der letzten zehn Tage.

  • Ausgangspunkt war am 19.10. ein Vorschlag der „Würselner Initiative für den Frieden“ (Sprecher Ansgar Klein) an die übrige Aachener Friedensbewegung, öffentlich und gemeinsam eine Rede von Eugen Drewermann als Video zu präsentieren, die dieser zum Antikriegstag gehalten hat.
  • Diese Einladung zu einer gemeinsamen Veranstaltung aller drei relevanten Strömungen der Aachener Friedensbewegung [1] wurde am 23.10. vom Anti-Kriegs-Bündnis (AKB) und am 24.10. vom Aachener Friedenspreis (AFP) abgelehnt! [2]
    Die Ablehnung wurde seitens AFP & AKB nicht mit Drewermanns Rede oder deren Inhalt begründet, sondern mit dem Vorwurf, die einladende Gruppe gehe „querdenkerischen“ Umtrieben nach bzw. sie arbeite mit rassistischen Menschen zusammen.
  • Dieser Vorwurf „querdenkerisch“ weist auf die unterschiedliche Einschätzung der Gefährlichkeit von Corona und den damit verbundenen staatlichen Zwangsmaßnahmen. Tatsächlich unterscheiden sich die Meinungen in den Mitgliedschaften der drei Gruppen auch genau in dieser Frage.
  • A. Klein nimmt Stellung [3] zu den Vorwürfen vom AKB und AFP, die zu deren Ablehnung einer Zusammenarbeit geführt haben.
    Dass diese Punkte aber zu einer so scharfen Trennung bei Aktionen der Friedensbewegung führt, ist natürlich bitter für die FriedensaktivistInnen.
  • Noch schwerwiegender ist aber der Vorwurf „Rassismus“ innerhalb der Friedensbewegung.
    Dieser hat zu einer weiteren Zuspitzung geführt, bei der jetzt von Helene und Ansgar Klein eine Unterlassungsklage gegen AKB und AFP angekündigt wurde [4]. Zusätzlich hat der Rechtsanwalt W. Schmitz ebenfalls eine Unterlassungsklage [5] angekündigt, weil auch er als Rassist durch den Sprecher des AKB markiert wurde.

Für die kraz-LeserInnen dokumentieren wir die Vorwürfe anhand der vorliegenden Texte.
Die kraz wird über den Fortgang dieser Kontroverse berichten!

[1] Die Einladung ist auf folgender Seite dokumentiert
[2] Die Ablehnung durch AKB&AFP ist auch auf dieser Seite dokumentiert
[3] Die Rechtfertigung seitens A. Klein ist ebenfalls auf dieser Seite dokumentiert
[4] Hier die Ankündigung einer Unterlassungsklage durch A. Klein

„Das Antikriegsbündnis, vertreten durch Rudolf Gottfried, und der Vorstand des Aachener Friedenspreises, vertreten durch Lea Heuser, werden von uns eine Abmahnung erhalten, derlei ehrverletzende Aussagen über uns, wie in den o.g. Schreiben getätigt, nicht zu wiederholen. Bei Zuwiderhandlung ergeht Unterlassungsklage einschließlich Schmerzensgeld-Forderung gegen die genannten Gruppierungen und Personen.“

[5] Hier die Ankündigung einer Unterlassungsklage durch Rechtsanwalt W. Schmitz (30.10.) gegen den Sprecher des AKB

„… die Eheleute Helene und Ansgar Klein haben mich nunmehr über Ihre Verleumdung informiert, ich sei ein Rassist.
Ich kann mich nicht mit jedem wirren Dummgeschwätz eines Menschen befassen, der Menschen, deren Arbeit er ersichtlich überhaupt nicht kennt und die er ungeprüft irgendeinem rechten Spektrum zuordnet, weil er gerne irgendwelche Aussagen aus dem Kontext reißt und offenbar gem. einer vorgefassten Meinung fehlinterpretieren will.
So, wie Sie agieren, sind Sie m.E. eindeutig unwürdig, sich zum Sprecher einer Friedensbewegung zu machen. Denn Sie folgen bloß dem üblichen dümmlichen Schema von Verleumdern und Mainstream-Propagandisten, die darin besteht, einfach jede Meinung, die nie vertieft hinterfragt wurde und die man schon deshalb nicht teilen möchte, dem rechten oder gar dem rassistischen Lager zuzuordnen.
Das ist verleumderische Propaganda der primitivsten, anti-intellektuellen Art, aber kennzeichnend für so viel Propaganda, die nicht nur den Mainstream, sondern auch viele Varianten der kontrollierten oder auch einfach nur planlosen Opposition prägt.
Da in diesen Verteiler auch Personen und Institutionen einbezogen wurden, denen ich mehr Redlichkeit, Reife und Unterscheidungskraft als Ihnen zutraue, übermittle ich allen hier zugleich mein letztes Interview mit einer Zeitschrift, die ganz gewiss keinem „rechten“ Spektrum zugeordnet werden kann.
Jeder wird im Web unzählige Belege dafür finden, dass ich das genaue Gegenteil eines „Rassisten“ bin, da ich mich seit vielen Jahren nachweislich gegen jede Form von Propaganda, Kriegstreiberei, Verfassungs- und Völkerrechtsbruch und völkerrechtswidrige Kriege westlicher Staaten in aller Welt engagiere, und das mit einer Nachhaltigkeit, die man bei meinen über 165.000 Kolleginnen und Kollegen in Deutschland in dieser Form nicht finden wird.

Sorry, Herr Gottfried, aber wenn Sie von denen Themen, von denen Sie sprechen, keine Ahnung haben und nur ungeprüft Vorurteile weiterreichen können, dann schweigen Sie besser fortan und verabschieden Sie sich besser komplett aus jeglicher politischen Tätigkeit
Übermitteln Sie mir doch auch nur eine einzige Strafanzeige, die Sie in den letzten Jahren gegen völkerrechtswidrige Kriege erstattet haben, nur eine Einzige. Können Sie das nicht? Dann haben Sie sich durch Ihre Verleumdung jetzt selbst vorgeführt!!
Ich erwarte von Ihnen jedenfalls Ihre umgehende Entschuldigung und den Widerruf Ihrer verleumderischen Behauptung ich wäre ein „Rassist.
Denn sonst werden wir beiden einmal feststellen, welche Schmerzensgeldforderungen mit der Verletzung des Ehrenschutzes hierzulande begründet werden können, auch wenn mir Ihre Meinung – offen gesagt – vollkommen gleichgültig ist und das, was Sie sagen oder tun, für jede Friedensbewegung und auch für mich letztlich vollkommen irrelevant sein muss.
Beste Grüße ….“