Menschenkette um das Britische Parlament

11. Oktober 2022 | Veröffentlicht von , 1 Kommentar

Erfolgreiche Free#Assange-Action in London

Es war eine erfolgreiche (sogar die erste) Menschenkette um des britische Parlament – und aus Aachen waren auch einige UnterstützerInnen dabei. Hier ihr Bericht…

Für letzten Samstag (8.10.) hatten die Free#Assange-Gruppen [1] aufgerufen, in London eine Menschenkette um das britische Parlament zu bilden, um so gegen die Inhaftierung und drohende Auslieferung von Wikeleaks-Gründer Julian Assange zu protestieren.

Julian Assange sitzt seit Jahren in Einzelhaft im Londoner Gefängnis Belmarsh. Er bekommt dort keinen Prozess sondern es droht ihm – auf Grund völlig fadenscheiniger Anklagen – die Auslieferung in die USA. Sollte diese Auslieferung wirklich stattfinden, drohen im DORT 175 Jahre Haft!

Free#Assange – unterstützt auch durch AachenerInnen

In Aachen hatte es im Juni 2022 schon mal – mit tatkräftiger Unterstützung aus Köln – eine Unterstützungsaktion für Assange gegeben. Es war die Gegenveranstaltung zum „Karlspreis“, bei dem sich „Europa“ gerne als sooo humanistische selber feiern will. Unsere damalige Veranstaltung war ebenfalls erfolgreich – wurde aber natürlich von der AN/AZ und den sonstigen Mainstream-Medien totgeschwiegen!
(Siehe hierzu den Bericht in der kraz … )

Wegen unserer damaligen Aktivitäten waren ‚wir Rheinländer‘ explizit nach London eingeladen worden und trotz der aufwendigen Anreise sind über 15 Leute aus Aachen/Köln und der weiteren Region zu dieser Aktion am Samstag dorthin gefahren.

Foto-Aktion in der Kette geplant

Weil klar war, dass viele Leute aus Zeit- oder Geldgründen die Reise nicht würden mitmachen können, hatte die Kölner Gruppe organisiert, dass diese UnterstützerInnen stattdessen Geld spenden, Fotos von sich selber machen lassen und sie nach London mitschicken, damit diese dort „in der Kette dabei sind“! Geplant war, dass dann jeweils EIN Foto zwischen ZWEI Ketten-TeilnehmerInnen gehalten werden sollte.
Um das organisieren zu können, hatten die Leute der Rheinschiene verabredet, sich unabhängig vom zentralen Sammelpunkt der Kette zu versammeln und dafür die Lambeth-Bridge ausgewählt. Man traf sich dort, um an diesem Kettenabschnitt die Fotos zeigen zu können,

Menschenkette um Parlament

Gegen 11 Uhr versammelten sich die ersten TeilnehmerInnen am ‚Parliament Square‘. Von diesem zentralen Sammelpunkt aus sollte sich später die „Kette“ bilden. Da wir (s.o.) schon an der Lambeth-Bridge waren, können wir den weiteren Verlauf der DORTIGEN Kettenbildung nicht schildern.

Aus unserer Sicht gab es gegen 13:30 ein echtes Problem und große Sorgen. Würde die Kette funktionieren? Als nämlich die Zeit für „die Kette“ kam und immer noch nicht genug Menschen bei uns vor Ort waren, mussten wir befürchteten, dass das Konzept ‚mangels-Masse‘ nicht funktionieren würde!
Deshalb haben wir spontan entschieden, die Fotos einfach zusammen zu knoten und diese – als „Bilder-Kette“ – hoch über dem Brückengeländer aufzuhängen. Mit dem Parlamentsgebäude und Big Ben im Hintergrund könnte das ein wunderbares Bild ergeben!

Und es ergab wirklich ein schönes Bild bei Sonnenschein!

Von der Lambeth-Bridge blickend, in der Mitte die Themse, links das ‚Britische Parliament‘ mit Big Ben im Hintergrund, dann die Westminster-Bridge über die Themse und rechts dann dem baumbestandenen ‚Albert Embankment path‘. Den Teil der MK links vom Parlamentsgebäude konnte man von unserem Standort nicht sehen.

Zuerst waren wir nur kleine Gruppe auf der großen Brücke.
Aber gegen 13:50 kamen dann in einem langen Strom wirklich enorm viele Menschen, aus denen sich nach und nach die Menschenkette formte. Auch links und rechts am Themseufer konnten wir sehen, wie sich die Kette bildete. Nach Einschätzung der Streckenlänge und der Abstände zwischen den Menschen waren es sicher 4.000 bis 6.000 Menschen!
So gegen 14:15 gab’s dann den Ruf „close the chain“ – und wir standen für Minuten da Hand-in Hand für Julian Assange.
Ein wirklich bewegender Moment!
Und im Internet veröffentlichte Reuters [4] sehr schnell ein Video

Telefonische Berichte zu zeitlich parellelen Kundgebungen in Deutschland

Sowohl in Aachen als auch in Köln fanden fast zeitgleich (eine Stunde Zeitverschiebung!) Kundgebungen statt, die auch zur politischen Solidarität und dem Schutz von Assange aufriefen.  Deshalb waren telefonische Verbindungen zu den Veranstaltungen organisiert worden, sodass  jeweils „live aus London“ von der Menschenkette berichtet wurde. Und so konnten auch die Zu-Hause-Gebliebenen zumindest einen Hauch der Emotionen nachempfinden, die uns TeilnehmerInnen in London bei diesem Ereignis berührten.

Nach der Menschenkette

Nach einer weiteren knappen Stunde löste sich alles wieder auf. Man ging nach Hause oder zu diversen kleineren Treffen der verschiedenen Unterstützergruppen.
Auf einem dieser Treffen erschien auch Stella (die Frau von Assange). Sie hielt eine kleine Ansprache und sprach ihren (auch den von Julian, mit dem sie Minuten vorher telefoniert hatte) Großen Dank an Alle für diese tolle Aktion aus!

Eine weitere große Demo durch Westminster – kurz nach unserer Kette

Auf dem Weg zurück zum Parlament Square passierten wir noch eine andere, ebenfalls sehr große Demo: dort ging es um die Rechte der Frauen im Iran und gegen deren Unterdrückung durch die dortige Moralpolizei! Eine absolut berechtigte Forderung, an der wieder mal EINE Sache sichtbar wurde:

Über DIESE Demo wurde am Folgetag selbst in den gedruckten Aachener Nachrichten berichtet,
über die Assange-Menschenkette gab es NIX Schriftliches in unserem „seriösen“ Mainstream-Medium! [3]

Anmerkungen

[1] die Organisatoren der Menschenkette 
[2] Vorher-Ankündigung in den Nachdenkseiten…
[3] Berichte:

[4] für Leute mit Interesse an der Aachener Geschichte: Reuters wurde 1849 in AACHEN gegründet!
…. Das Nachrichtenbüro wurde 1849 vom Bankkaufmann Paul Julius Freiherr von Reuter, eigentlich Israel Beer Josaphat, in Aachen gegründet …

 

Leser haben 1 Kommentar hinterlassen.

  • Gisela hat kommentiert am

    Craig Murray, ehemaliger britischer Botschafter und Unterstützer von Julian Assange, hatte die Menschenkette abgeschritten und schätzte sie auf 10.000 bis 12.000 Menschen!

Bitte bleibe mit Deinen Kommentaren sachlich und respektvoll.

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