Medien, Macht, Manipulation ?

1. Juli 2026 | Veröffentlicht von BSW-Aachen, Keine Kommentare

mit Florian Warweg

Wie unabhängig sind Deutschlands Leitmedien und was prägt ihre Ausrichtung?
Mit dieser Frage beschäftigte sich die Sonntagsmatinee des BSW Aachen am 28. Juni 2026. Referent war der Journalist Florian Warweg.
Mehr als 50 Teilnehmer trotzten der Hitze und nahmen an der Sonntagsmatinee im BSW-Büro teil. Florian Warweg schloss seinen Vortrag in Anlehnung an den französischen Sozialisten und Journalisten aus der Zeit vor dem 1. Weltkrieg Jean Jaurès mit der Frage „Was bedarf es einer freien Presse, wenn die in den Händen der Besitzenden bleibt?“

Florian Warweg, heute tätig bei der neu gegründeten „Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung“ und vorher viele Jahre Redakteur bei den „NachDenkSeiten“, spürte in seinem Vortrag den Veränderungen der letzten ca. zehn Jahre in den Berichterstattungen der Leitmedien nach. Während früher, trotz gleicher Besitzverhältnisse und mächtigen Medienkonzernen, häufig perspektivenreicher, kritischer und vielfältiger berichtet wurde, wurde dies ab 2014 deutlich einseitiger. Dies belegten auch wissenschaftliche Studien aus den Universitäten Mainz und München. Sie hätten eine extrem einseitige Berichterstattung der Mainstreammedien des Ukraine-Konflikts festgestellt. Fortgesetzt habe sich dies zum Beispiel in der Corona-Zeit und im Gaza-Krieg, so Warweg.

r diese Gleichförmigkeit in den Medien gebe es viele Ursachen, sagte Warweg. Zum Beispiel entstammten Journalistinnen und Journalisten heutzutage überwiegend aus wohlhabenderen und westlichen Elternhäusern. Sie besuchten vielfach die sich in der Hand der Medienkonzerne befindlichen Journalistenschulen, die ihre Tätigkeit politisch nachhaltig prägten. Hinzu komme die wirtschaftliche Situation vieler Presseorgane, die durch einen massiven Rückgang der Abonnements und auch der kommerziellen Anzeigen erklärbar sei. Stattdessen würden nun vermehrt staatliche Akteure Anzeigten schalten (Corona-Maßnahmen, Bundeswehr), was wiederum die Einseitigkeit verstärkt.

Nach Florian Warwegs Vortrag entspann sich wie gewohnt eine angeregte und sachlich geführte Diskussion. Anschließend stand Florian Warweg für Gespräche und zum Signieren seines neuen Buches „Verdrehen. Vertuschen. Verschweigen“ zur Verfügung.

Anmerkung: Dieser Artikel ist eine Spiegelung von der Seite der BSW

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