Generalkonsulat in Bonn geschlossen
19. September 2026 | Veröffentlicht von Andrej Hunko, Keine KommentareNicht in unserem Namen
Am Freitag, dem 18. September 2026 wurde das letzte russische Konsulat in Deutschland geschlossen: das Generalkonsulat in Bonn.
Das BSW NRW hatte sehr kurzfristig zu einer Protestkundgebung aufgerufen. Etwa 80 Menschen waren dem Aufruf gefolgt und hatten sich vor einem Seiteneingang des Generalkonsulat [1] versammelt, die meisten kamen vom BSW einige aber auch aus der Friedensbewegung.
Gemeinsam protestierten sie auf der Kundgebung gegen diese Schließung. [2]
Hierzu veröffentlichen wir einen Beitrag von Andrej Hunko zur Veranstaltung und über die Hintergründe der Schließung:
„Diese Schließung ist ein weiterer und besonders infamer Schritt der Eskalation mit Russland, der insbesondere die Zivilgesellschaft trifft: Im Konsulat geht es vornehmlich um Pässe, um Visa – alles was man für Reisen braucht. Und es geht auch für die ca. 50.000 Menschen in NRW mit russischem Pass um die Möglichkeit, an den gerade stattfindenden Parlamentswahlen in der russischen Föderation teilzunehmen.
Im Juni 1989 wurde das Gebäude auf der Viktorshöhe in Bad Godesberg von Mikhail Gorbatschow eingeweiht – damals noch als Gebäude der sowjetische Botschaft. Wenige Wochen später hielt Gorbatschow seine historische Rede in der parlamentarischen Versammlung des Europarats, in der er die Vision eines „gemeinsamen Europäischen Hauses“ (die EU umfasst nur 41% des geografischen Europas) präsentierte.
Vier Monate später fiel die Berliner Mauer.
Die 90er Jahre boten die Chance auf ein gemeinsamen Europäisches Sicherheitssystem statt NATO und Warschauer Pakt, etwa in der Charta von Paris.
Stattdessen wurde unter der Regierung Clinton entgegen damaliger Zusagen die NATO-Osterweiterung vorangetrieben.
Warnungen gab es viele, die berühmteste vielleicht von George Kennan 1997, dem ehemaligen U.S.-Botschafter in Moskau und Architekten des Marshall-Plans. Der heutige Krieg in der Ukraine ist letztlich Ausdruck dieser fatalen Entwicklung. Das rechtfertigt nichts, versucht aber zu verstehen. Ohne dieses Verständnis wird es keine Lösung des Konfliktes und keinen Frieden geben.
Jetzt steht die Schließung des russischen Generalkonsulats symbolisch für die Abkehr von einer diplomatischen Lösung und für endlose Konfrontation.
Ich bin froh an diesem Tag in Bonn gewesen zu sein und ich bin froh, dass das BSW NRW zusammen mit verschiedenen Friedensgruppen ein klares Zeichen gesetzt hat:
Für Diplomatie statt endloser Konfrontation!“
Anmerkungen durch die kraz
[1] Eine Besonderheit dieses Seiteneingangs
Während das Generalkonsulat in den letzten dreißig Jahren den korrekten Namen „Generalkonsulat der Russischen Föderation in Bonn“ geführt hat, konnte die kraz am Seiteneingang ein Schild als historische Relikt aus vergangenen Zeiten bewundern (siehe Foto!)
[2] Eine weitere, parallele und ganz anders geartete Kundgebung von GRÜNEN und ukrainischen Nationalistenlief etwa 150 Meter entfernt von dieser Solidaritätskundgebung der BSW vor dem Konsulat unter dem Kampf-Titel: „Tschgüss Hybrides Russland“ – Siehe hierzu deren Einladungsplakat
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