Demonstration der GenZ
4. November 2026 | Veröffentlicht von Markus Kirch, Keine Kommentareauch in Aachen am 31.10.
Am diesem Samstag kamen um 14 Uhr nach Zählungen der kraz etwa 1.000 Menschen in Aachen bei schönstem Wetter am Elisenbrunnen zusammen, um dort eine Kundgebung mit anschließender Demonstration zum Kennedypark zu beginnen. Das Publikum bestand gefühlt aus ca. 50 % organisierten Menschen, darunter für den Autor ersichtlich SDAJ, FAU, Antifa, DieLinke, Omas gegen Rechts, Youth Strugel, SAV, Jusos und einige Palästina-Sympathisanten. Auf der anderen Seite waren ebenfalls hälftig vertreten große Massen unorganisierter junger Menschen mit von der Partie.
Die Kundgebung
Zuerst sprach jemand vom SDS über die Zuspitzung des Kapitalismus, den Genozid in Gaza und die drohende Wehrpflicht. Arbeiter aller Länder vereint euch, Reichtum ist keine Leistung und die Politikerin sollen an die Front wurde gefordert.
Danach forderte das Schulstreik Komitee gegen Wehrpflicht, das die jungen Menschen nicht für Profite der Reichen sterben sollen und wünschte sich, dass der Funken aus Frankreich überspringen möge.
Young Strugel thematisierte die Polizeigewalt in Frankreich forderte auch hier zum Kampf auf, und ging noch einmal auf die Themen maroder Schulen, dem Genozid in Palästina und der Wehrpflicht ein. Die Jugend könne den Wandel bringen hieß es zum Schluss und es gab wie auch vom SDS noch einmal den Hinweis auf den 20.11.2026 wo Deutschlandweit wieder Aktionen stattfinden werden.
Ehe die Masse sich zur Demo formierte sprach als letzter noch die Rote Jugend Aachen über Perspektivlosigkeit der Jugend, die Kürzungen im sozialen Bereich und die 100ten Milliarden für Waffen, die die Klassengeschwister töten würde – auch und vor allem in Gaza.
Die Demonstration
Die Demo war laut und kraftvoll und zog vom Elisenbrunnen zum Kennedypark. Ab Höhe Adalbertsteinweg wurden auch immer wieder Bengalos gezündet und teilweise kam aus dem vorderen Block, wo eher organisierte und linksradikale junge Menschen, teilweise auch mit Masken und Schals gegen kaltes Wetter und Viren geschützt, Sprechchöre mit dem (sinngemäßen) Inhalt „Hass, Hass, ACAB“ [1], obwohl von Seiten der Polizei Aachens trotz Bengalos nach Ansicht des Autors sehr wohlwollend reagiert wurde (nämlich gar nicht).
D
ie Abschlusskundgebung
… fiel aus.
Als sich ca. 16.30 Uhr alle Menschen im Kennedypark gesammelt hatten, gab es nur eine Minute lang ein kurzes Dankeschön an die Teilnehmer, einen Hinweis auf den 20.11.2026 als den nächsten Aktionstag und dann wurde die Veranstaltung aufgelöst.
Fazit
Zuerst einmal sprang am nächsten Tag die Berichterstattung der Lokalmedien über die Demo in Aachen sowie die der Mainstreammedien über Köln ins Auge:
Über Aachen hieß es in der Lokalzeitung, die Demo sei friedlich verlaufen, es seien lediglich ein paar Bengalos gezündet worden und es hätte ein paar Vermummte gegeben. Und die Teilnehmerzahl wurde mit 2000 angegeben.
Über Köln konnte man auf größeren Medien erfahren, dort hätte es Vermummte und Bengalos gegeben, die Polizei hätte daraufhin die Demo am laufen gehindert, dann hätte es Ausschreitungen gegeben. Ohne in Köln dabei gewesen zu sein springt beim reinen lesen der Artikel schon ins Auge, dass es vielleicht dem ruhigen und besonnenen Agieren der Aachener Polizei zu verdanken ist, dass die vermutlich gleiche oder ähnliche Situation in Aachen ruhig begleitet wurde, wohingegen die Kölner Polizei durch ihr hartes Vorgehen die dortigen Krawalle wohl auch mit zu verantworten hat.
Eine zweite Auffälligkeit, wenn man viele Demoberichte zu diesem Tag aus Deutschland vergleicht ist, dass die Demonstrationen überall sehr unterschiedlich waren. Von eher gewerkschaftsnahen Veranstaltungen mit sehr soften Forderungen, bis hin zu stark linksradikal geprägten wie bei uns in Aachen war alles vertreten. Eine einheitliche Linie fehlt, es kann wohl regional aufspringen wer will und durch entsprechendes Engagement den weiteren Verlauf in seiner Region prägen, so wie es den jeweiligen Akteuren sinnvoll oder opportun erscheint.
Wir blicken gespannt auf das Geschehen und das was da noch kommt!
Anmerkung
[1] ACAB: „All cops are bastards“
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