Widerspruch gegen den ‚Tag der Bundeswehr‘

9. Juni 2024 | Veröffentlicht von Markus Kirch, 2 Kommentare

Drei Aktionen gegen diese Propaganda-Show

(Ergänzung am 11.6.) am Samstag (8.Juni) hat die Bundeswehr eine Propaganda-Show organisiert, um damit ihre Rolle in der Gesellschaft – aber wohl auch für die geplanten, kommenden Kriege – positiver darzustellen.
In Aachen gab es deshalb drei Aktionen, die dieser Propaganda etwas entgegenstellen wollten:
1. eine konfrontative Aktion am Eingang der Bundeswehrkaserne in Brand, zu dem die Massen wie zu einem Volksfest hinströmten.
2. eine bissig-satirische Aktion der „Unbelehrbaren 2.0“ mit dem Antikriegsbündnis Aachen
3. vormittags eine Aktion vor der Kaserne und Nachmittags eine (historisierende) Kritik am Namensgeber der „Lützow“-Kaserne der DFG/VK mit Unterstützung einiger IPPNW-Mitglieder

Hier die einzelnen Berichte:

1. Die Kundgebung des Bündnisses „Diplomatie statt Waffen und Sanktionen“ gab’s DIREKT VOR dem Tor der Lützow-Kaserne

Die Bundeswehr hatte nach Aachen eingeladen, um neues Kanonenfutter zu akquirieren. Das wollte das Bündnis „Diplomatie statt Waffen und Sanktionen“ so nicht stehen lassen und hat deshalb zu einer Gegenkundgebung vor dem Tor der Lützow-Kaserne aufgerufen.
Bei schönen Wetter waren diesem Aufruf um 14 Uhr anfangs nur ca. 15 Aktivisten gefolgt, diese Gruppe wuchs aber innerhalb der ersten halben Stunde auf gut 50 AktivistenInnen an.
Es gab wie immer Reden und Livemusik und es kam zu vielen Gesprächen zwischen den Aktivisten und den Besuchern, die zwangsläufig an der Kundgebung vorbei strömten, um nach der Strassenüberquerung zur Kaserne zu gelangen.

Die örtliche Situation war kompliziert und psychologisch teilweise schwer zu ertragen. Die Lautsprecheranlage musste über die stark befahrene Triererstrasse hinübertönen, um dort die deprimierend goße Zahl von Besucherinnen zu erreichen.
Aber dadurch hatte das Bündnis hier eine vielfach höhere Zahl von Zuhörern als jemals zuvor in allen anderen Aktionen der letzten Monate!

Die Reden während der 2-stündigen Aktion

Als erster sprach Markus Kirch von der Freien Linken Aachen, der einige Beispiele für Kriegspropaganda aus unseren Leitmedien aufzählte und eben diese Medien auch beschuldigte, bei den beiden aktuellen, großen Konflikten (Russland/Ukraine aber auch Israel/Palästina) jeweils die Vorgeschichten auszublenden. Er beschrieb, wie über diesen simplen Propagandatrick die geneigten Zuschauer kindgerecht an die Entscheidung „Gut oder böse?“ herangeführt würden, ohne Raum für Zwischentöne zuzulassen und damit auch ein Bild zu zeichnen, das Diplomatie unmöglich erscheinen lässt – obwohl dem absolut nicht so ist.
Danach sprach Robert Schmid zur Wehrpflicht und zum Recht auf Kriegsverweigerung. Er verwies auf die UN, wo das Recht auf Kriegsdienstverweigerung auch als Menschenrecht verankert ist.
Ansgar Klein von den ‚Aachenern für eine menschliche Zukunft‘ warnte dann eindringlich vor dem Weg in den Dritten Weltkrieg.  Er brachte aber auch Kritik an der europäischen Union.
Zum Abschluss sprach Walter Schumacher, ebenfalls Freie Linke Aachen ebenfalls von der großen aktuellen Kriegsgefahr und er warnte die Eltern, nicht so völlig naiv mit den Kindern diese Show der Kriegshandwerkes zu besuchen.

Zwischen den Reden gab es immer wieder Livemusik von den Sockosophen (Jochen und Katharina) sowie einige Kommentare zur aktuellen Zeit, zu den Gefahren in denen wir uns befinden, und warum deshalb Waffen keine Option sein können.

Insgesamt eine gelungene Veranstaltung die bitter nötig war bei den Massen an Fans und Interessierten an Bundeswehr und deren Waffen.

2. Die bissig-satirische Aktion der „Unbelehrbaren 2.0“ mit dem Antikriegsbündnis Aachen

siehe hierzu auf der Seite das Antikriegsbündnisses

3. Der Vortrag der DFG/VK zu Namensgeber der „Lützow“-Kaserne

siehe hierzu bei der DFG/VK-Aachen
und ein weitere Augenzeugenbericht von Martina: „… was fehlt im Bericht, ist die Mahnwache der DfG-VK am Vormittag, die war mit 15 Leuten, vielen Schildern und Transpis und einem Flugblatt auch sehr wichtig. Es gab sogar ein Gespräch mit einem Ex-Soldaten, der auf Nachbohren das Bedrängen Rußlands durch die NATO der letzten Jahrzehnte auch falsch fand, aber auch Idiotensprüche wie “ Ich bin für Hochrüstung, ich bin für atomwaffen! “ Grrrrr- üße, Martina

Nachtrag

  • Von Teilnehmern der AKB-Aktion (und am Montag durch einen ausführlichen Bericht in der Aachcner Zeitung) hat die kraz erfahren, dass parallel zu diesen Aktionen auch noch ein Demonstration „Aufsteh’n für Demokratie“ von ca 300 Menschen durch Aachen zog, auf dem zwar viel zu Europa und der EU-Wahl, aber leider NIX zu den beiden aktuellen Kriegen gesagt wurde.
    Die AZ schrieb dazu „Demonstranten zeigen das demokratische Gesicht Europas
    Mit der Demokratiedemo am Samstagnachmittag soll ein Zeichen gegen jede Form von Extremismus gesetzt werden. Einen Tag vor der Europawahl wird hierbei zum Wählen demokratischer Parteien aufgerufen.
  • Aber zu den drei kritischen (hier beschriebenen) Aktionen wurde in unserer seriösen ‚Aachener Zeitung‘ wieder mal NIX geschrieben! „Freie Presse“ eben …

Leser haben 2 Kommentare hinterlassen.

  • „…den Massen an Fans und Interessierten an Bundeswehr und deren Waffen.“

    Es beweist mir ein weiteres Mal, dass ein Gros der hirnamputierten und empathielosen Bevölkerung geradezu kriegsgeil ist – schließlich muss doch „der böse Russe“ endlich besiegt werden…
    Und die Kinder werden gleich mit auf Linie gebracht – auch durch Schulen: ein weiteres Verbrechen, Kinder für politische Zwecke zu instrumentalisieren.
    Und „wir“ dachten tatsächlich, diese unfassbare Zeit, als die deutschen Massen kriegsbesoffen die Straßen säumten, während Stiefel im Stechschritt mit dem Wessel-Lied die Stimmung anheizten, sei vorbei.

    „Ich war dabei, was ein echt bewegender Moment war, als der erste ukrainische Soldat einen Schuss mit einem Leopard-2-Panzer abgegeben hat.“ https://www.freidenker.org/?p=17682

    So Lars Klingbeil auf dem SPD-Parteitag am 08.12.2023 – DAS also ruft bei deutschen PolitikerInnen Emotionen, „echte Gefühle“, hervor: „bewegende Momente“ im Anblick von mörderischen Waffen, die Russen töten…

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