Vortrag von Albrecht Müller (Nachdenkseiten)

15. Februar 2020 | Veröffentlicht von

Gesteuerten Kampagnen der dominierenden Medien bedrohen die Demokratie

So lautetet die zentrale These des Abends. Und trotzdem das wirklich Erstaunliche:
==> Es kamen etwa 200 BesucherInnen – ohne dass in AN oder AZ für diese Veranstaltung geworben wurde! Ausschließlich im normalen Veranstaltungskalender gab’s einen kleinen Hinweis.
D.H. Der Wunsch von Albrecht Müller, dass die Menschen sich nämlich nicht mehr auf die Mainstream-Medien verlassen, sondern eigene Informationskanäle nutzen, das hat sich hier schon mal als offensichtlich erfolgreich erwiesen. Anders ist diese Besucherzahl nicht erklärbar.

Albrecht Müller ist Herausgeber der „Nachdenkseiten“ – und er ging mit den Mainstream-Medien hart ins Gericht:

Seitens der Mainstreammedien wird zwar der „Zerfall der Öffentlichkeit“ in den „Echokammern“ der sozialen Medien beklagt und als Bedrohung der Demokratie beklagt. Aber das sind verlogene Parolen, weil tatsächlich zuerst die etablierten Medien versagt haben. Sie beteiligen sich regelmäßig an den systematisch geplanten und von Interessen geleiteten Kampagnen der Meinungsbildung. Nahezu keine der großen politischen Entscheidungen ist ohne diese Fremdbestimmung vorbereitet worden und gefallen.
Unsere Freiheit und die Vernunft politischer Entscheidungen sind deshalb bedroht.

Seine Forderung:

  • Wir müssen wieder lernen, weniger zu glauben, alles zu hinterfragen, selbst zu denken.
  • Wir müssen bei wichtigen Fragen unseres Zusammenlebens und des Zusammenlebens mit anderen Völkern eine Gegenöffentlichkeit zur herrschenden veröffentlichten Meinung aufbauen.
  • Das wird nur zu schaffen sein, wenn sich die Zweifelnden zusammen tun. Anpassung oder Zweifeln – das ist die Frage.

Die Veranstaltung selbst war er eine Beweisführung von „Manipulation der öffentlichen Meinung“ anhand div. Beispiel von Spiegel- und anderen Zeitungstiteln, wie dort bewusst „Meinung gemacht wird“.
So zeigte Müller eine ganze Reihe von  Spiegel-Titel, auf denen in verschiedenen Varianten Putin als Inbegriff des Schrecklichen und Demokratiefeindlichen gezeigt wurde.
Genauso widerlich und fast noch erschreckender waren die viele (und über mehrere Jahre veröffentlichen) Titel, die FÜR eine private Altersversicherung – und gegen eine staatliche (gesellschaftliche) Rente agitierten.

Zum Abschluss wies Müller noch auf seine Publikationen hin, die wir gerne auch als kraz den LeserInnen empfehlen ….

  • Die Reformlüge: 40 Denkfehler, Mythen und Legenden, mit denen Politik und Wirtschaft Deutschland ruinieren (2005)
  • Meinungsmache: Wie Wirtschaft, Politik und Medien uns das Denken abgewöhnen wollen (2010)
  • Glaube wenig, hinterfrage alle, denke selbst: Wie man Manipulationen durchschaut(2019)

Albrecht Müller ist Herausgeber und Autor des politischen Blogs www.nachdenkseiten.de und war unter Brand und Schmidt Planungschef im Bundeskanzleramt.
In seinen Büchern beschreibt er unter anderem Strategien der Meinungsmache.

Die Veranstaltung wurde organisiert von

Evangelisches Erwachsenenbildungswerk im Kirchenkreis Aachen, attac Aachen, Eine Welt Forum Aachen e.V. Volkshochschule Aachen, Logoi Institut für Philosophie und Diskurs, Bischöfliche Akademie des Bistums