Studenten organisieren Protest gegen Gewalt in Kolumbien

17. Mai 2021 | Veröffentlicht von Manu Markus

Eine neue 68er Bewegung ?

Gestern gab es die SOS-Colombia-Demo in Aachen am Marktplatz. Das Thema war der ‚Staatsterror gegen die kolumbianische Bevölkerung‘. Anwesend waren ca. 100 TeilnehmerInnen. Die Mehrheit waren kolumbianische MitbürgerInnen, aber auch viele Deutschen nahmen Anteil an dem Protest. Außerdem waren einige linke Gruppierungen anwesend.

Hiesige Studenten organisieren Protest gegen Gewalt in Kolumbien
Die Aktion wurde von einer Studierenden-Initiative organisiert. Leider war die Veranstaltung aber nur in den sozialen Medien unter dem Hashtag # Soscolombia beworben worden.

Die Beiträge

Das Programm war vielfältig: es gab div. Redebeiträge, indigene Tänze, ein offenes Mikro – und wenn der Regen nicht gekommen wäre, sicher noch einige angeregte Diskussionen.
Die Atmosphäre war überlagert von der Trauer um die Toten des Staatsterrors in Kolumbien. Die Organisatoren initiierten eine Schweigeminute und lasen die Namen laut vor. Danach baten sie darum, diese gemeinsam laut zu auszusprechen: „Sie sind nicht gestorben, sie wurden ermordet!“
Alles in allem eine gelungene Veranstaltung.
Politisch war die Aktion stark integrativ und eher bürgerlich. Es wurde die kolumbianische Nationalhymne gespielt und auf meine Nachfrage, warum dort nicht bspw. auch Viktor Jara zu hören sei, sagte man mir, manche Leute wollten halt die Hymne hören.
Einer der Redner zog zwar den richtigen Schluss, dass die Gewalt in Palästina und in Kolumbien artverwandt seien, versäumte allerdings eine klare Ursachenanalyse.

 Was hätte Che gesagt?

In meinem Redebeitrag habe ich dann gefragt, was Che wohl auf dieser Kundgebung gesagt hätte …
Und ich denke, er hätte sich gefreut, dass diese Gedenkveranstaltung organisiert wurde. Aber er hätte auch gemahnt, die Ursache für die Vorgänge in Kolumbien im kapitalistischen System zu sehen und dann hätte er sicher die Notwendigkeit benannt, diese Ursachen direkt und international vernetzt zu bekämpfen!
Der Staatsterror in Kolumbien ist eine Folge von der Wut des Volkes gegen die kapitalistische Politik. Statt nur ‚zu Frieden‘ aufzurufen und zu sagen, man wolle nur in Ruhe demonstrieren, halte ich es für wichtig, diese Forderungen als den Beginn der Aktivitäten zu deklarieren.
Wichtiger  ist aber, ganz kurzfristig zu erkennen, warum man kämpft und wogegen man kämpft! Dies wird unweigerlich dazu führen, langfristig die Überwindung des Kapitalismus als Ziel der Bewegung zu deklarieren – und dies mit den dazu erforderlichen Mitteln.

Venceremos& Hasta la Victoria Siempre!

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