„Recht auf Stadt“

22. Juni 2020 | Veröffentlicht von Klaus-Peter Schleisiek

Demo für bezahlbaren Wohnraum

Bei gutem Wetter versammelten sich gut 70 Personen auf dem Willy-Brandt-Platz mit dem – immer noch geforderten Sicherheitsabstand und Corona-Masken. Es waren ungewöhnlich viele junge Leute gekommen, die offensichtlich selbst von der Knappheit an bezahlbarem Wohnraum betroffen sind.


Gezeigt wurden drei große Banner von „Recht auf Stadt“ und mit den Forderungen „Solidarität statt Ausbeutung“ und „Mietenwahnsinn stoppen!“

Attac hatte ein aus „Demotech“- Elementen zusammengesetztes Haus mitgebracht, auf dem in 2 Plakaten vier der Forderungen von Attac zur Wohnungsnot gedruckt sind.
Auf einem Tisch lagen Informationen zum Mitnehmen, die aber (laut Auflage!) wegen Corona-Maßnahmen nicht aktiv verteilt werden durften. Die Ansprachen wurden gut verständlich über ein Megafon vorgelesen bzw. frei gehalten. Es gab Beiträge von Attac Aachen, Diskursiv Aachen, FridaysForFuture und Recht-auf-Stadt.

Diskursiv Aachen und Attac haben vor allem die wirtschaftlichen Hintergründe der Stadtentwicklung beleuchtet und kritisiert. Der Grund für die Wohnungs-Knappheit wurde klar benannt:
Es ist das Prinzip des kapitalistischen Gewinnstrebens auch in der Wohnungswirtschaft! Dieses forciert den rein „gewinnorientierten“ Wohnungsbau zu Lasten eines Sozialen Wohnungsbaus durch die Politik – und das auf allen Ebenen einschließlich des Aachener Stadtrats.

Die Politik der Stadt Aachen wurde als inkonsequent und problemverschärfend angeprangert.
Als Gegenstrategie gegen die Mietsteigerungen bzw. der kapitalistischen Stadtentwicklung wurde dazu aufgerufen, sich in der Nachbarschaft zu organisieren, entsprechend der Idee von politischem Community Organizing.
Außerdem gab es einen Solidaritätsaufruf für Aachener HausbesetzerInnen, denen Prozesse drohen, und ein Betroffener von Verdrängung im Ostviertel hat von seinen Erfahrungen erzählt.

Dazu war gerade am letzten Donnerstag in der Zeitung berichtet worden, dass ausgerechnet Aachen – wegen angeblicher Entspannung des Wohnungsmarktes – aus der Mieterschutzverordnung herausgenommen würde.

Dieser Plan wird wohl für weitere Kundgebungen sorgen.

Viele weitere Informationen sind zu finden auf https://rechtaufstadt-aachen.de/