Protest am 1. Mai 2026
6. Mai 2026 | Veröffentlicht von Walter Schumacher, Keine Kommentare… gegen die KANONEN STATT BUTTER-POLITIK der Bundesregierung
S
o lautete der Aufruf des Anti-Kriegs-Bündnisses – und leider NICHT der des DGB.
Der DGB hatte stattdessen unter der Parole „Erst unsere Jobs, dann eure Profite …“ zum 1.Mal aufgerufen.
Ursprünglich hatten wir uns deshalb als kraz gefragt, ob wir diesmal überhaupt zu der Aktion hingehen sollen? Dann aber haben wir kurzfristig erfahren, dass das AKB zu einer kritischen Aktion auf dieser „1.Mai Demo“aufruft – und deshalb sind wir dann doch hingegangen und berichten von unseren Eindrücken.
Demonstrationszug
Zum Start hatten sich knapp 1000 Leute vor dem DGB-Gebäude versammelt und sind in einem Demonstrationszug durch die Stadt gelaufen. Das waren deutlich mehr Teilnehmer als im Jahr davor. Auch die Anteil der jungen Leute war größer als 2025.
Bei allen Parolen ging verständlicherweise immer „um Arbeitsplätze“, immer auch um einen Anteil an den Profiten, um die Sicherheit von Arbeitsplätzen und auch um die soziale Absicherung im Allgemeinen.
Zusätzlich gab es natürlich auch noch eine etwas abstrakte & allgemeine „Kritik am Kapitalismus“ von linken Gruppen, aber bei all diesen Forderungen wurde – mit Ausnahme von zwei Gruppen – nirgendwo benannt, woher eigentlich diese Katastrophe herkommt, auf die wir im Augenblick zusteuern: Es ist die Kriegsfähig-machung Deutschlands und die schon laufende und steigende Beteiligung an den laufenden Kriegen.
Kritik am Krieg und „Kriegswilligkeit“
Das AKB war hier eine der zwei erfreulichen Ausnahmen. Es hat Dutzende von Schildern mit Sprüchen über den Zusammenhang von Krieg und Krise erstellt und diese auf der Demonstration gezeigt. Die Sprüche hätten durchaus etwas schärfer sein können – aber immerhin … . Zum Kriegs-Thema gab es nur noch eine weitere Gruppe, die zum Schulstreik gegen die Wehrpflicht für Schüler aufrief.
Das war’s dann aber auch schon mit der Kritik am Kriegskurs Deutschlands.
Abschlusskundgebung – erneut OHNE Hinweis auf den Krieg
Die Abschlusskundgebung war auf dem „Platz der Demokratie“, dem ehemaligen und (glücklicherweise) abgerissenen „Parkhaus am Büchel“. Dort hatten sich dann laut DGB Ansagen ca. 1200 Teilnehmerinnen eingefunden. Es gab diverse Reden, u.a. von den DGB-Offiziellen: Ralf Wölk und Frank Bethke (stellv. Landesvorsitzender Ver.di NRW)
Bei den Reden war erneut auffällig, wie stark auf die Emotionen bezüglich der und dem Abbau von Sozialleistungen gedrückt wurde, während es NICHT EIN Wort gab, dass die deutsche Sanktionspolitik, die deutsch Kriegspolitik und die Aufrüstungsorgie unglaubliche Gelder (und Schulden!!!) kostet, die dann „natürlich“ von der arbeitenden Bevölkerung bezahlt werden darf!
Genau dieses Thema hat der DGB vermieden der Teufel das Weihwasser.
Auf dem Platz gab es Stände der verschiedenen politischen Parteien und Organisationen. Hier gab es noch eine witzige Erscheinung: Unter einem CDU-Zeltdach trat deren Arbeitnehmerorganisation ‚CDA auf und warb für ihre Politik innerhalb der Arbeiterklasse. Als Werbemittel gab es eine „Knalltüte“ – eine Papiertüte mit entsprechendem Aufdruck und mit köstlichem Popcorn gefüllt.
Korruption?
Ein kraz-Redakteur konnte es nicht lassen: und hat sich eine Tüte geholt und den Inhalt gegessen. Wir hoffen die LeserInnen verzeihen diesen Anflug von Korrumpiertheit! (DAfür veröffentlich wir ein Foto der Tüte mit den Popcorn-Resten)
Bericht in der Aachener Zeitung
Diese brachte einen umfangreichen und auch wohlwollenden Artikel zu diesem 1. Mai. Aber auch dort wurden erwartungsgemäß keinerlei Fragen zur Kriegsfähigkeit gestellt.
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