Pro-Israel-Veranstaltung

16. Mai 2021 | Veröffentlicht von Manu Markus / ws

Zum aktuellen Krieg Israels gegen Araber

Im Nahen Osten toben zur Zeit heftige Auseinandersetzung im israelischen Kernland und den besetzen Gebieten und es gibt schreckliche Zerstörungen in Gaza. Verkauft wird das in Deutschland als „Krieg“, faktisch ist es aber ein sehr ungleicher Kampf. (Siehe hierzu [1])
Die dortigen Auseinandersetzungen haben mittlerweile auch bei uns in Aachen zu Reaktionen auf der Straße geführt.

So gab es am Freitag eine pro-palästinensische Kundgebung von ca. 500 Menschen, zu der div. pro-palästinensischen Gruppen aufgerufen hatten [2]. Am Tag danach gab es dann eine Pro-Israel-Kundgebung am Elisenbrunnen mit ca.70 TeilnehmerInnen. Beide wurden sehr kurzfristig und nur innerhalb der jeweiligen Szenen beworben. Letztere wurde nach Auskunft der AN [3] von den Aachener Grünen organisiert und vom Bündnis ‚aachenstelltsichquer.org‘ beworben.
Als kraz veröffentlichen wir einen Augenzeugenbericht über die Pro-Israel-Veranstaltung.

„Ich war eben zufällig auf der Solidarität mit Israeldemo am Elisenbrunnen und möchte kurz ein paar Eindrücke schildern.

Die Demonstranten waren einheitlich einseitig pro-israelisch und es gab auch keine Vertreter anderer Positionen, selbiges galt für die Redner.
In der Rede von Diskursiv [4] wurde davon gesprochen, dass man sich jetzt mit den jüdischen Menschen in Israel und Deutschland solidarisieren wolle und dass man betont nicht gegen eine bestimmte andere Gruppe sei.

Hier meine 10 Thesen zur aktuellen Lage

    1. Die Wut der Palästinenser ist berechtigt und Emotionen entladen sich nicht immer politisch korrekt, aber deswegen sind sie nicht antisemitisch !
    2. Antisemitisch bedeutet eine Kritik an einer Ethnie und zwar aufgrund der ethnischen Zugehörigkeit( Jemand sei Scheiße, weil er Jude sei).
    3. Es ist unglaublich schwer zu differenzieren, ob jemand ‚Scheiß Jude‘ sagt, weil er das jüdisch sein ablehnt oder die Handlungen des Staates Israel.
    4. Diese Differenzierung findet weder in der aktuellen Berichterstattung, noch bei dieser Demo eben statt.
    5. Dort wo diese Differenzierung allerdings fehlt, fehlt jegliche linke/ kommunistische Perspektive.
    6. Das hat man auch daran gesehen, dass sich dort vor Ort lediglich EINE rote Fahne tummelte und dass ‚Diskursiv‘ jede (diskursive) Kapitalismuskritik tunlichst vermeidet.
    7. Es wurde stattdessen davon gesprochen, dass Krieg in einer befreiten Gesellschaft automatisch aufhöre.
    8. Die Menschen von ‚Diskursiv‘ sind zu bemitleiden. Ihre falsche Auslegung des Antifaschismus treibt sie zu offenem Revisionismus und sich machen sich dadurch zu Anhängern und Bütteln des Kapitals.
    9. Auf meine Nachfrage – ob die Demo also die Position vertrete, dass Israel weiter in Ruhe morden und bombardieren solle – sagte man mir: “ Verpiss dich “
    10. Es ist erstaunlich, wie weit die Idiotie der Antideutschen geht, wenn sie sich selbst für Revolutionäre haltend, einen andern Revolutionär derartig behandeln.
==> Man kann ihnen nur Gute Besserung wünschen 🙂
        #FreePalestine“

Anmerkungen

[1] Eine relativ saubere Darstellung der Hintergründe des Konfliktes sind hier beim „Bündnis für Gerechtigkeit zwischen Israelis und Palästinensern (BIP) e.V.“ nachzulesen.
Auch die Nachdenkseiten sind bspw. hier informativ:
[2] siehe hierzu den Bericht in AN/AZ vom Samstag 15.5.
[3] siehe hierzu den Artikel in den AN vom 17.5.
[4] Diskursiv ist eine politische Gruppe in Aachen ==> https://diskursivaachen.noblogs.org/

Leser haben 1 Kommentar hinterlassen.

  • Franz-Josef Surges hat kommentiert am

    Wer sich gestern, So, 16.05. den Presseclub angesehen hat, oder heute die Zeitung ließt, der versteht das Narrativ der Medien:
    Natürlich darf man gegen die Provokationen und militärischen Greueltaten der israelischen Regierung und Militärs demonstrieren – der Demonstrant muss sich nur anschließend als antisemitischer Hetzer bezeichnen lassen.
    Das sich die jungen Menschen blind (?) vor diesen Karren spannen lassen ist zwar bemerkenswert schade, aber vor dem Hintergrund unserer Geschichte bedingt nachvollziehbar.

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