Kundgebung: Für eine menschliche Zukunft‘

8. Dezember 2020 | Veröffentlicht von

Bericht zur Kundgebung – und deren Störern

(letztes Update am 9.12. 16 Uhr) Vor dem Elisenbrunnen hatten sich am Samstag von 15-16:30 Uhr ca. 40-60 Leute (fluktuierend) versammelt. Aufgerufen hatte wieder die Gruppe ‚Aachener für eine menschliche Zukunft‘, erneut unter dem sehr pauschalen Motto ‚Für eine menschliche Zukunft‘.
Die Kundgebung war von sehr viel Polizei umgeben. Aber nicht, weil die die Veranstaltung behindern wollten, sondern um sie vor einer großen Gruppe von Störern (Antifa?) zu beschützen.

Eine völlig irre Situation:

  • Auf der Kundgebung wurde erklärt, dass „wir in einem faschistischen Staat leben“ würden.
  • Andererseits bezeichneten die Störer (außen) die KundgebungsteilnehmerInnen (innen) als „Nazis“
  • und beide wurden durch eine – hier wirklich ziemlich zivile – Polizeikette voneinander getrennt!

Zu den Beiträgen auf der Kundgebung

Zum einen zitieren wir aus einem Bericht von Ansgar Klein [1]
Einen sehr gegensätzlichen Veranstaltungsbericht haben wir in facebook bei Marcus Hesse gefunden, den wir hier [2] dokumentieren.
Einerseits beschreibt er die Situation vor Ort realistisch, andererseits ist Hesse ein Verfechter der These, dass Corona eine extrem gefährliche Krankheit sei. Insofern ist sein Beurteilung und Kommentierung der Reden politisch eindeutig tendenziös.
Innerhalb seines Berichts bringt er aber eine bemerkenswerte demaskierende Beschreibung der (Antifa) Störergruppe [3]

[1]  Infos aus einem Bericht der Veranstalter

… Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die Maßnahmen der Regierung, die im Zuge der ‚Corona-Krise‘ verfügt wurden und – anlässlich des Aktionstages der Kampagne ‚Abrüsten statt Aufrüsten‘ – auch das Thema ‚Krieg und Frieden‘.

  • … Die Veranstaltung wurde moderiert von Jochen Leuchter und Dr. Stefan Bohnert
  • Vortrag von Leuchter zu den Propagandaformen, die gerade jetzt in der ‚Corona-Zeit‘ angewandt werden.
  • Argumente der ‚Anwälte für Aufklärung‘, die Rechtsanwälte der regierungsamtlichen Propaganda entgegenhalten; vorgetragen von Marion Hübner, Katharina Effe und Horst Wontka
    Diese Argumente lagen auch gedruckt als Flyer für die Zuhörer bereit.
  • Aachener Arzt Dr. Hans-Jürgen Peters: Vortrag aus dem offenen Brief an die Bundeskanzlerin, den er zusammen mit der Initiative „Ärzte stehen auf“ unterzeichnet hat. (Hier: „Mit drängender Sorge“  )
  • Robert Schmid klagte in seinem Vortrag eine völlig ungerechtfertigte Beschneidung unserer Grundrechte durch das verabschiedete sogenannte ‚3. Bevölkerungsschutzgesetz‘ an. Er befürchtet, dass dieses Gesetzt einem gefährlichem Totalitarismus den Weg bahnt.
  • Zum Thema ‚Krieg und Frieden‘ las Dr. Ansgar Klein aus der Botschaft des Theologen Dr. Eugen Drewermann vor. A. Klein ergänzte diese klare Botschaft für Frieden (Anlagen) mit Zitaten aus Bundeswehr-Unterlagen, die die Kriegsbereitschaft der NATO erschreckend deutlich machten.
  • Zum Schluss …. Vorlesen der recht provokativen Thesen von Ullrich Mies aus der Wochenzeitung ‚Demokratischer Widerstand‘ durch Claudia Sauder und Katharina Effe.
  • Zum Schluss gemeinsames Singen des Lieds: „Die Gedanken sind frei“

[2] Text von Marcus Hesse, aus dem öffentlichen Teil von facebook hierher kopiert

„Parallel zur antimilitaristischen und linken Kundgebung auf dem Aachener Markt gab es unabhängig davon eine Kundgebung am Elisenbrunnen von Coronaleugner*innen.

Es waren vielleicht 80 Leute, nur wenige jüngere. Leider sah ich auch hier wieder einige Linke unter der Teilnehmerschaft, darunter 5 Mitglieder der Partei DIE LINKE. Ca. 30-40 Gegendemonstrant*innen aus dem autonomem Spektrum standen daneben und versuchten die Versammlung zu stören, die von Polizeiketten geschützt wurde.

Mit großem Interesse habe ich mir daneben stehend einige Redner*innen von der Schwurblerkundgebung angehört. Ich wollte mir vor Ort anhören, was die Leute so sagen. Immerhin behaupten einige hiesige Linke, dass hier in Aachen alles ganz anders sei und keineswegs rechtslastig.
Zu hören bekam man nur das Übliche: Die „sogenannte Pandemie“ sei in Wirklichkeit nicht gefährlich, die ganze Coronapolitik nur ein finsterer Plan zur Errichtung eines „Deep State“, es herrsche die „faschistische Diktatur“ Merkels und die Impflobby plane eine „neue Weltordnung“.
Alles sehr krudes Zeug!
Es fand den Applaus des Publikums und wurde nicht nur toleriert, sondern akzeptiert.
Von irgendwelcher sinnvollen Kritik an der Coronapolitik der Regierung hörte man nichts.
Wie auch? Wie will man auch die Lage von Beschäftigten im Gesundheits- und Pflegewesen thematisieren, wenn man Covid-19 selbst als tatsächlich harmlos darstellt…?
Dafür gab es wie gesagt allerlei krude und wahnhafte Ideen. Und immer wieder die Quatschbehauptung, im Widerstand gegen ein „faschistisches Regime“ zu stehen – wo man doch selbst keinerlei Berührungsängste mit echten Faschisten hat…!
[3] zur Antifa… (ebenfalls von Marcus Hesse)
„So sah man in Aachen keine sonst üblichen Schwarz-Weiß-Roten Fahnen. Dafür die vielfach missbrauchte und entstellte Regenbogen-PACE-Fahne.
Was wiederum zu Verwirrung führte. So fragte mich ein junger Mann – ein Amerikaner – ob das eine LGBT-Demo sei, die gerade von Homophoben attackiert würde…
Die Schwurbler attackierten den „faschistischen Staat“ von Merkel uns Spahn, während dessen Exekutive sich schützend vor sie stellte und die Autonomen und Antifas in Schach hielt…
Deren politische Performance war allerdings auch schwach. Es gab seitens der Antifaschist*innen keine Reden, Transpis oder irgendwelche politischen Antworten.
Nur „Nazis raus!“ und „Halt’s Maul!“ – Rufe.
Manche Gegendemonstrant*innen gingen sogar so weit, explizit und gezielt die Aussagen der Coronaleugner*innen gegen die Regierung und den deutschen Staat, dass dieser „diktatorisch“ und „faschistisch“ sei, auszupfeifen und mit „Lüge!“ zu beantworten.
Das vermittelt nach außen den befremdlichen Eindruck, als stünden traditionell anarchistische Gegner*innen von Kapital und Staat da, um diesen Staat und seine Politik zu verteidigen.
Fazit: Die Coronakrise hat in den Köpfen eine gewaltige Verwirrung hinterlassen. Leider auch in der Linken.
Die gleichnamige Partei DIE LINKE ist mit Coronaleugner*innen oder Coronaverharmloser*inne durchsetzt.
Antifastrukturen reagieren politisch hilflos darauf, indem sie sich zwar gegen diese Demos stellen, aber keinerlei alternative linke Kritik an der Politik dieses Staates in der Coronakrise anbieten.“

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