Kalesnikava Propaganda-Veranstaltung 12.5. in Eschweiler

18. Mai 2026 | Veröffentlicht von Peter Blaszyk, Keine Kommentare

professionelles Casting als Schlüssel zum Erfolg?

Maryja Kalesnikawa trat am 12.5. auf einer Veranstaltung in Eschweiler auf. Ihr wurde 2022 gemeinsam mit Swjatlana Zichanouskaja und Weranika Zepkala der damalige Karlspreis verliehen. Die damalige Verleihung an Kalesnikawa erfolgte in Abwesenheit wegen ihrer Inhaftierung in Belarus; der Preis wurde damals stellvertretend an ihre Schwester Tatsiana Khomich überreicht.
Persönlich nahm Kalesnikawa den Preis erst am 14. März 2026 in Aachen in Empfang, nachdem sie aus belarussischer Haft entlassen worden war.

Wir hatten 2022 den damaligen Karlspreis nicht dokumentiert, weil die sonstigen Medien voller Berichte waren. Außerdem gab es damals keine politischen Aktionen gegen die Preisverleihung, was wohl an der Mischung lag, die einerseits Kritik an ihren politischen Aussagen übte, andererseits den persönlichen Einsatz der Frau durchaus anerkannte.

Hier nun aber der Bericht unseres Korrespondenten Peter Blaszyk

Uns allen sitzen die emotionalen Bilder der (nachträglichen) Medallienüberreichung noch in den Knochen. Maria Kalesnikava (rechts) erhält nach 5 Jahren Isolationshaft in belarussischen Kerkern die Karlspreismedallie. Jetzt war Maria Kalesnikava im Rahmen der Dialogveranstaltungen zum Karlspreis in der Waldschule Eschweiler. Eine der drei weiblichen Hauptpersonen der versuchten bunten Revolution in Belarus/Weißrussland.

Keineswegs überraschend war der sympathische Auftritt von Maria Kalesnikava. Schließlich war sie beim Casting für die CIA/BND-Leute als die Frau für die Emotionen (Herzchen) gesetzt. Neben der linken Kämpferin (Faust) und der libertären V ictorydame sollte alles wie bei einer Girlgroup passen. Für jeden Geschmack etwas. Aber es passte – nicht. Wie bekannt, scheiterte die vom Westen unterstützte Revolution in 2020. Wahrscheinlich hat die USA für Minsk weniger als die bekannten 5 Milliarden $$ (Nuland) für den Maidan in Kiew investiert.

Ebenfalls enttäuschend waren die Besucherzahlen zur Propagandaveranstaltung in Eschweiler. Von den 500 bereitgestellten Sitzplätzen waren nur etwa 250 besetzt (ca. 60 % Schüler). Wenn die Protagonisten von der Bühne in den Saal schauten, muss die Aussicht frustrierend gewesen sein. Denn die Aula der Waldschule bietet insgesamt 750 Zuschauern Platz.
Schwacher Besuch trotz politischer Prominenz: Laschet, Grütemeier und Nowicki (Bürgermeister Eschweiler) trieben zum Warm-up das Phrasenschwein (Demokratie, Freiheit usw.) durch die Aula. Maria Kalesnikava tat es ihnen gleich (Zustand hier ist Luxus). Fand aber – für nach jahrelangem Aufenthalt und Ausbildung in Stuttgart erstaunlich unsicherem Deutsch – auch andere Themen:
Liebe, Kunst und ein Appell für handyfreie Zeit lockerte die Thesen etwas auf. Lachen – nicht streiten, Frauen müssen zusammenstehen.
Dabei überraschte Kalesnikava mit der Forderung, die Waffenproduktion nicht auf Kosten der Kunstförderung voranzutreiben.
Da sollte noch nachgebessert werden, dann bitte aber auch ein Eintreten für ein stärkeres Engagement der EU in Osteuropa. Die Forderung hatten die Politiker tatsächlich versäumt.

Zum Abschluss – nach regelmäßigem Zwischenbeifall – stehende Ovationen.

Frau Kalesnikava ist gewinnender Charme nicht abzusprechen. Sie ist daher für die Propagandisten ein Schatz. Etwas russophober Schliff würde nicht schaden.
Ob sich der Aufwand für diese Art der Veranstaltung aber lohnt? Die Akteure müssen sich die Frage nach kostengünstigeren Möglichkeiten gefallen lassen.

 

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