Friedenspreis 2026 für die NATO am 1. Oktober
5. Oktober 2026 | Veröffentlicht von Walter Schumacher, Keine KommentareEine Provokation ohnegleichen …
Die wahrlich nicht sehr friedliche NATO hat den „westfälischen Friedenspreis 2026“ erhalten! [1]
Aus Aachen sind neun Kriegsgegner/Friedensfreunde mit dem Zug nach Münster gefahren, um sich mit Fahnen und Transparent an den dortigen Protesten gegen diese Provokation zu beteiligen. In Münster nahmen in Summe geschätzte 800 Menschen an den Protesten teil. Hier der kraz-Bericht …
Situation vor Ort
Die Zufahrtstrassen und der Prinzipialmarkt vor dem Rathaus, in dem die Provokation (sorry die „Preisverleihung“) stattfand, war großräumig abgesperrt. Nur an den Hausrändern konnte sich in den engen Bürgersteigen mit Sperrgittern max. zwei bis drei Menschen nebeneinander bewegen. Es gab Polizei ohne Ende – alles war sehr vergleichbar zu den Gegebenheiten bei der Verleihung des Karlspreises in Aachen.
Es gab mehrere Protestveranstaltungen
- Wir Aachener wollten zur Kundgebung ‚Fünf-vor-Zwölf‘ am Domplatz vom ‚Bündnis gegen Nato‘ (siehe Aufrufplakat). Zu dieser Kundgebung hatten das BSW, DKP und die Friedensbewegung um Rainer Braun aufgerufen. Dort kamen etwa 300 -350 Leute zusammen.
Etwa 60 Meter weiter, nur durch eine Strasse getrennt davon gab es eine weitere Kundgebung an einem Pavillon der Linkspartei mit etwa 30-40 Leuten. Diese wollte nicht gemeinsam mit dem BSW auf einer Kundgebung sein. Neben der Kritik an der Nato lag deren großer Schwerpunkt auf Palästina/Gaza.- Dann soll es noch eine Demonstration von VVN&DFG-VK gegeben haben, über die wir nichts konkretes wissen.
- Zusätzlich waren auch weitere (kleinere) Demos und Kundgebung angekündigt, über die ebenfalls nichts wissen …
Reden auf der DKP-BSW-Friedens-Kundgebung
In allen Reden wurde Bezug genommen auf die „Kriegswilligkeit“ der Nato, auf die dadurch entstehenden Kosten und dass das „natürlich“ durch Kürzungen in allen sozialen Sektoren bezahlt werden „muss“.
Gesprochen haben Rainer Braun, Sevim Dagdelen (BSW), Sonneborn (Die Partei). Patrik Köbele (DKP). Die Rede von Frau Natascha Wodins wurde verlesen. (und ist hIer anzuschauen.) (Alle anderen Reden sind im Netz dokumentiert…)
Auf dieser Kundgebung waren etwa 300 – 350 Leute anwesend. Es gab viele Transparente und tolle Verkleidungen (siehe Fotos)
Der Moment der Provokation:
Die „Friedens“-Preisverleihung an die NATO fand erst gegen 15 Uhr statt. Für Menschen mit guten Nerven lohnt es sich, die Begründung für die „Preisverleihung“ zu lesen [2]. Die anderen sollten es lassen.
Um 15:30 wurde es laut vor dem Rathaus. Wir Aachener kamen auf dem engen Weg wegen der vielen Menschen nicht mehr zu den Absperrungen – auch weil die Polizei ’nicht sehr hilfreich‘ war…
Begegnungen auf der Hin- und Rückfahrt im Zug
Bei der langen Zugfahrt hatten wir sehr unterschiedliche Begegnungen.Erstaunlich viele fragten uns nach unserem woher-wohin-warum. Und die Gespräche waren sehr unterschiedlich wenn wir unser Anliegen geschildert hatten. Alles von „sehr nett“ bis „sehr ablehnend“, aber fast immer interessant.
Und einmal gab es eine Riesendiskussion im Wagen. In dem ansonsten stillen Wagen war die kontroverse Zweierdiskussion zwischen einem unserer Aachener und einem Fahrgast (Historiker) sehr gut zu hören – und dann gab es laute Stimmen aus dem hinteren Wagenteil mit wütendem Weggehen („.. das ist nicht auszuhalten …“) aber auch mit Zustimmungsrufen und Klatschen im Waggon.
Die Stimmung des kraz-Berichterstatters stieg deutlich, als sich ein Marokkaner in die Diskussion einmischte und lautstark Gaddafi verteidigte, weil dieser von der Nato ermordet worden sei, obwohl sogar „seine Eltern den Gaddafi nie als Diktator, sondern immer nur als einen von fast allen verehrten Mann angesehen haben, der den Menschen in Libyen sehr geholfen habe“!
Tja, und dann wieder zuhause …
Was ist nun das Resume dieses Protestes?
Gut dass wir da waren. Gut dass sich Leute gegen diese Unverschämtheit der Herrschenden gewehrt haben. Leider sind die Kriegstreiber noch in der Vorhand.
Aber das Spiel ist noch nicht aus!!
Übrigens gibt es im Internet mittlerweile viele Berichte zur der Preisverleihung auf die wir gerne hinweisen.
Nachdenkseiten …
Anmerkungen
[1] Zynisch: Hier der OFFIZIELLE Text zur Verleihung des Internationaler Preis des Westfälischen Friedens 2026
Frieden durch Zusammenarbeit: NATO und socioMovens erhalten Westfälischen Friedenspreis
Die Wirtschaftliche Gesellschaft für Westfalen und Lippe e.V. (WWL) verleiht den Internationalen Preis des Westfälischen Friedens 2026 an die NATO. Stellvertretend für die Organisation wird ihr Generalsekretär Mark Rutte ausgezeichnet. Der Jugendpreis geht an die Organisation socioMovens, Giving Europe a Soul. Der mit insgesamt 100.000 Euro dotierte Preis wird im Jahr 2026 im Historischen Rathaus zu Münster verliehen. Verliehen wird der Internationale Preis des Westfälischen Friedens in diesem Jahr in einem feierlichen Festakt am 1. Oktober 2026 in Münster.„Mit der Auszeichnung des NATO-Bündnisses würdigen wir eine Institution, die in einer Zeit globaler Unsicherheit Verlässlichkeit schafft, Partnerschaft fördert und Frieden durch Stabilität ermöglicht“, erklärt Dr. Reinhard Zinkann, Vorsitzender der Wirtschaftlichen Gesellschaft für Westfalen und Lippe. „Der Westfälische Frieden steht für Ordnung durch Verständigung und Einbindung. Genau das leistet die NATO im 21. Jahrhundert. Unter der Führung von Mark Rutte zeigt sie, dass militärische Stärke und Friedenssicherung kein Widerspruch sind, sondern sich gegenseitig bedingen.“
Die WWL würdigt mit der Preisvergabe die kontinuierliche Friedensarbeit der NATO im Sinne des Erbes des Westfälischen Friedens: „Frieden gelingt nur durch verbindliche Ordnung, Interessenausgleich und institutionelle Verlässlichkeit“, sagt Dr. Reinhard Zinkann. „Die NATO steht seit mehr als sieben Jahrzehnten als Bündnis für eine regelbasierte Sicherheitsarchitektur, die Konflikte eindämmt, Eskalation vorbeugt und Zusammenarbeit stärkt.“
In ihrer Begründung hebt die Jury der WWL hervor:
• Friedenssicherung durch Einbindung und Kooperation: Die Erweiterung um Finnland und Schweden stärkte die Stabilität Europas und folgte dem Prinzip freiwilliger Partnerschaft souveräner Staaten.
• Verantwortungsvolle Unterstützung der Ukraine: Die NATO koordiniert Hilfe im Rahmen des Völkerrechts – solidarisch, aber ohne selbst Konfliktpartei zu werden.
• Langjährige Friedensmissionen wie KFOR im Kosovo belegen das dauerhafte Engagement für Sicherheit vor Ort.
• Inklusive Friedenspolitik: Mit der aktualisierten Women, Peace and Security-Agenda (2024) fördert die Allianz Gleichberechtigung und Nachhaltigkeit in Friedensprozessen.
• Resilienz als Friedensbasis: Durch Mindeststandards zur Krisenfestigkeit stärkt die NATO die Stabilität der Mitgliedsstaaten und damit die Friedensfähigkeit Europas.
Mit der Auszeichnung von Generalsekretär Mark Rutte würdigt die Jury zudem eine Führungspersönlichkeit, die in Zeiten geopolitischer Spannungen Pragmatismus, Geschlossenheit und Maß verkörpert. Seit seinem Amtsantritt im Oktober 2024 habe Rutte entscheidend dazu beigetragen, dass die Allianz geschlossen und friedensorientiert handelt.
Mit der Auszeichnung der NATO setzt die WWL ein klares Zeichen für die transatlantische Zusammenarbeit. „Nur gemeinsam mit unseren Verbündeten können wir in Europa Frieden ermöglichen“, sagt Dr. Reinhard Zinkann. „Dafür ist die Kooperation mit unseren transatlantischen Freunden von besonderer Bedeutung, insbesondere in einer zunehmend multipolaren Weltordnung.“
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