DEF2020 – Info-Veranstaltung

8. März 2020 | Veröffentlicht von

Gegen das Angriffs-ManöverDEF2020 (auch in Aachen)

In Aachen organisiert ein breites Bündnis von Friedens- und Anti-Kriegsgruppen [1] die Behinderung des gegen Russland gerichteten laufende Manövers DEF2020. Dazu gehört auch, die Öffentlichkeit über die Ziele und Strukturen aufzuklären, die mit diesem riesigen Manöver verbunden sind. Außerdem soll vermittelt werden, was wir „als Aachener“ konkret gegen DEF2020 machen können.
Zu dieser Informationsveranstaltung des Bündnisses am 6.3. waren ca. 60 Personen ins Haus der Evangelischen Kirche Aachen gekommen.

Es gab vier kurze, aber informative Vorträge

  • Rudl Gottfried (AKB) berichtete über die offiziellen Planungen dieses US-Manövers, an dem sich die meisten europäischen NATO-Staaten beteiligen. Insbesondere betonte er die aktuelle Strategie der Bundeswehr, sich wieder stark auf „Landkriege“ vorzubereiten und damit den Druck auf Russland enorm zu erhöhen.
  • MdB Andrej Hunko (Die LINKE) berichtet aus seinen konkreten Erfahrungen zur Russland-Einschätzung in der bundespolitischen Ebene. Er prangerte die NATO-Ost-Erweiterung bis an die russische Westgrenze an und beschrieb deutlich, wie diese Einkreisung Russlands und das Kriegsmanöver DEF 2020 von Russland als enorme Bedrohung aufgefasst werden müssen.
  • Eva David-Balero (AKB) beleuchtete den propagandistischen Slogan „Die Russen kommen“ an diversen Beispielen.
    Mindestens schon seit 1890 mussten „Die Russen“ als Schreckgespenst herhalten. Zuerst die Angst vor dem Zarenreich (im Gegensatz zum „guten dt. Kaiser“), dann wurde die Angst vor den „Bolschewisten“ geschürt, um letztlich damit durch die  NAZIS einen Angriffskrieg gegen die UdSSR zu motivieren. Einen Moment (um 1989/91) gab es kurzzeitiges Verschwimmen dieses Feindbildes, um mit „Putin als Autokrat“ wieder das Bild des „bösen Russen“ aufzubauen.
  • Oberhalb der Junkerstrasse

    Walter Schumacher (AKB) beschrieb konkrete Punkte im Stadtgebiet Aachen zwischen Gemmenicher Tunnel und Westbahnhof, an denen die Züge mit den Panzern und anderem Kriegsgerät durchrollen werden. Er zeigte, an welchen Stellen diese Durchfahrtgleise sichtbar sind und wo sie sogar ganz einfach zugänglich sind! Er warnte ausdrücklich vor den Gefahren. die entstünden, falls durch Aktionen dort die Durchfahrt der Züge gestört werden sollten! Und er forderte die Polizei auf, die Durchfahrt der Panzerzüge durch sichtbare Schutzmaßnahmen öffentlich zu begleiten.
    Was jedenfalls nicht passieren dürfe, wäre eine klammheimliche Durchfahrt von Kriegsmaterial mitten durch Aachen!

Die nachfolgende, sehr zielorientierte Diskussion wurde von Ansgar Klein (AAG „Frieden jetzt“) moderiert.

sms-Alarmierungs-Liste

Es entstand das Bedürfnis, kurzfristig per sms alarmiert zu werden, falls-wann-wo Panzerzüge durch Aachen fahren. Hierfür trugen viele ZuhörerInnen ihre Mobil-Telefonnummern in entsprechende Listen ein. Falls LeserInnen möchten, können sie ihre Mobil-Telefonnummern ebenfalls per mail hierhin (stopp-Def2020@posteo.de) senden.

Veranstalter: Das Bündnis „Aachen gegen Kriegsmanöver – Stopp Defender 2020″

[1] bestehend aus:
AK-Nahost im Aachener Friedenspreis, AAG „Frieden Jetzt!“, Aachener BI „Gute Nachbarschaft mit Russland“, Antifa for Peace. Antikriegsbündnis Aachen (AKB), attac, DFG/VK, Die Linke, DKP, Friedensinitiative Würselen, SDAJ, Unbelehrbare für Frieden und Völkerverständigung